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Wallfahrtskirche St. Peter und ehemalige Propstei

Am bayerischen Alpenrand, nur wenige Kilometer von der deutsch-österreichischen Grenze entfernt, liegt unterhalb des Großen und des auch als Petersberg bekannten Kleinen Madron die Gemeinde Flintsbach am Inn. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geht auf die Zeit zwischen 975 und 1006 n.Chr. zurück. Doch die Gegend war auch zuvor immer wieder besiedelt, liegt sie doch an den seit der Jungsteinzeit genutzten Wegen durch das Inntal nach Süden. Spannend ist, dass hier nicht nur im Tal, sondern auch in den Höhenlagen der Burgau und auf dem Petersberg seit der Bronzezeit Siedlung nachgewiesen sind, die als Bodendenkmäler in die bayerische Denkmalliste eingetragen sind.

Im Jahr 1135 gründete Graf Siboto von Falkenstein auf der markanten Erhebung des Petersbergs ein Kloster. Archäologische Ausgrabungen brachten hier die Reste des ehemaligen Klosters und des dazugehörigen Friedhofs zutage. Als das Kloster Ende des 13. Jahrhunderts zerstört wurde, bestand die Wallfahrtskirche St. Peter fort. Der breit gelagerte, flach gedeckte Kirchenraum und der polygonale Chor lassen noch die Romanik erahnen, die mächtige Kassettendecke zeugt dagegen schon von den Veränderungen, die Hans Krumpper zu Beginn des 17. Jahrhunderts vorgenommen hat. Der barocke Hochaltar weist eine besonders aufwendige Gestaltung auf, mit reichen Vergoldungen und farbigen Lüsterfassungen, die Edelsteine darstellen sollen. Im Zentrum des Triumphbogenretabels thront der hl. Petrus, der Patroziniumsheilige der Kirche, flankiert von den Heiligen Paulus und Johannes der Täufer .

Auf dem Petersberg steht noch ein zweites Gebäude: die ehemalige Propstei. Nachdem das ursprünglich aus Holz errichtete Priesterhaus nicht mehr bewohnbar war, entstand 1696 neben der Kirche ein zweigeschossiger Walmdachbau. Nach einem Blitzeinschlag im Sommer 1832 brannte das Gebäude aus. Daraufhin wurde die Propstei auf den Grundmauern des Vorgängerbaus neu errichtet.
Beide Gebäude, die Wallfahrtskirche St. Peter und die ehemalige Propstei, sind als Einzeldenkmäler in die bayerische Denkmalliste eingetragen.

Von Flintsbach aus dauert der Aufstieg auf den Petersberg rund eine Stunde. Schon nach wenigen Minuten erreicht man die die Burgruine Neu-Falkenstein mit Ringmauer und Bergfried. Weiter oben folgen die Burgau und die Reste der Burg Alt-Falkenstein, die 200 m über dem Tal liegt. Am Gipfel angekommen, sollte man erst einmal den Blick ins Inntal schweifen lassen. Danach lohnt sich eine Besichtigung der Wallfahrtskirche St. Peter. Die ehemalige Propstei ist heute als Berggasthaus Petersberg bekannt.

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Ausflug auf den Petersberg über die Wetterbedingungen und die Schneelage.

Weitere Informationen:

www.flintsbach.de


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Peterskirche © Gemeinde Flintsbach am Inn