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"24 Stunden von Bayern" Rückblick 2014

Am 28. Juni 2014 hieß es wieder: 444 Teilnehmer, 888 wanderwillige Beine und große Vorfreude auf die kommenden 24 Stunden. Die sechste Ausgabe des Wanderkultevents “24 Stunden von Bayern“ führte die Wanderer dieses Mal durch die Landschaft des Ilztals und Dreiburgenlandes. Die Wanderregion präsentierte sich unter dem Motto “Entdecke das Unerwartete“ und schickte die Teilnehmer auf einer Reise in die Vergangenheit. Zwei Hauptstrecken mit einer Gesamtlänge von 69,7 Kilometern und 2.053 Höhenmetern galt es zu erwandern. Für alle Wanderer mit Extra-Power gab es zur Tages- und Nachtstrecke jeweils eine Zusatzstrecke von je ca. 10 Kilometern.

Bestes Wetter erwartete die Wanderer am Wandermarktplatz im Museumsdorf Bayerischer Wald, als pünktlich um 8 Uhr morgens der Startschuss zum langen Marsch fiel. Den Startschuss gab die bayerische Milchkönigin Katharina Schlattl, die selbst aus der Region stammt und die Wanderer unterwegs mit Kostproben aus dem Milchland Bayern versorgte. Die Tagstrecke hielt 39,4 Kilometer und zahl- und abwechslungsreiche Erlebnisstationen bereit.

Über den Blümersberg mit seinem phantastischen Ausblick auf die Landschaft, die in den kommenden Stunden durchwandert werden sollte, ging es in Richtung Kalteneck, wo die Strecke zum ersten Mal auf die Ilz, eine der letzten unberührten Flusslandschaften Bayerns traf. Hier warteten bereits Brote mit deftigen Aufstrich und Fußmassagen auf die Wanderer. Denn natürlich gab es entlang der Routen nicht nur ausreichend (alkoholfreie) Getränke gegen den Durst, sondern viele regionale Vereine und Unternehmen sorgten an den Stationen auch dafür, dass die Teilnehmer nicht hungrig oder verkrampft zurück auf die Strecke gingen. 

Entlang des Flusses führte die Route durch schattenspendenden Wald bis Schloss Fürsteneck. Hier erwartete die Wanderer in fürstlichem Ambiente ein stärkendes Mittagessen bevor es auf den zweiten Teil der Tagstrecke ging. Direkt hinter dem Schloss dann kurze Verwunderung. “Prag 3 Kilometer“ verkündete ein Straßenschild. War man zu weit gewandert? Aber natürlich haben die Teilnehmer keine Abzweigung verpasst (was bei über 2.000 Streckenschildern auch schwierig gewesen wäre), sondern befanden sich immer noch im Ilztal und Dreiburgenland.

Unerwartete Ausblicke und Einblicke erhielten die Wanderer dann auf dem Ilztal-Höhenweg, wo Salzsäumer ihr Lager aufgeschlagen hatten. Ein historischer Säumerzug entführte die Teilnehmer auf einen kleinen Zeitsprung ins 15. Jahrhundert, als Salzsäumer das "Weiße Gold" von Passau nach Böhmen transportiert haben. Über die Diessensteiner Leite an der Wilden Ilz ging es - nach Kaffee und selbst gebackenem Kuchen in Ellersdorf -  zurück in Richtung Thurmansbang. Bevor die Wanderer zum Wandermarktplatz zurückkamen, konnten sie am Matzersdorfer Steinbruch noch einen Einblick in den Granitabbau bekommen und regionale Steinmetzkünstler bei der Arbeit an einem neuen Kunstwerk beobachten.

Nach einer Stärkung im Museumsdorf, wo über 140 liebevoll und originalgetreu erbaute Häuser aus der Zeit zwischen 1580 und 1850 die Wanderer zurück in die Vergangenheit versetzten, nahmen zahlreiche Wanderer schließlich, ausgestattet mit einer Stirnlampe und einer kurzen aber kräftigen Gewitterfront trotzend, die 30,3 km lange Nachtstrecke in Angriff. Den auch nachts gab es noch viel zu erleben. Beispielsweise lockten die romantisch beleuchteten Wahrzeichen des Dreiburgenlandes: Schloss Fürstenstein, Englburg und Saldenburg.

Die nächtliche Zeitreise begann am Mittelaltermarkt auf Schloss Fürstenstein. Weiter ging es vorbei an einem Räuberlager, bei dem sich die Wanderer im Bogenschießen versuchen konnten, zum Keltenlager Gabreta. Der Keltentrunk und das Stockbrot am Lagerfeuer wirkten wahre Wunder und motivierten die Teilnehmer zum Durchhalten. Auch im Garten der Sinne am Eginger See tankten Körper und Geist neue Kraft, bevor sich zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden die Frage nach einer falsch genommenen Abzweigung stellte. Dieses Mal wähnten sich die Wanderer aber nicht in der Nähe der tschechischen Hauptstadt, sondern mitten im Wilden West. In der Westernstadt Pullman City wartete nämlich ein abwechslungsreiches Showprogramm und ein köstlicher Mitternachtssnack auf die Teilnehmer.

Auf der VIA NOVA ging es anschließend durch herrlichen Mischwald hoch zum Aussichtspunkt Dreiburgenblick. Einige Kilometer weiter tauchte die mittlerweile zwischen den Wolken aufgehende Sonne die Kunstwerke im Freilichtatelier Mader im aufgelassenen Steinbruch in ein besonderes Licht. Mit Trommeln wurde am Kraftplatz unterhalb der Englburg schließlich der neue Tag begrüßt. Von dort war es nicht mehr weit bis zum Ziel im Museumsdorf, wo ein ausgiebiges Abschlussfrühstück auf die erschöpften aber glücklichen Teilnehmer wartete.

Insgesamt sorgten wieder über 200 freiwillige Helfer dafür, dass das Wanderkultevent abermals ein großer Erfolg wurde. Die liebevoll gestalteten Stationen und die Freundlichkeit der Einheimischen wird sicher noch lange in den Köpfen der Teilnehmer bleiben.


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Vor dem Start im Museumsdorf © Anton Straßer

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