Zoiglstern

Ein Stern führt zum Genuss

Oberpfälzer Zoigl

Ein Stern führt zum Genuss

Oberpfälzer Zoigl

Einheimische, Besucher, Familien und Freunde – sie alle sitzen in gemütlicher Runde in der Oberpfalz zusammen. Sie feiern, plaudern, lauschen den Klängen der Musikanten und genießen das herrliche Aroma des Zoigls, eines untergärigen, unfiltrierten Bieres, das ausschließlich in einer Zoiglstuben – einem Wirtshaus auf Zeit – ausgeschenkt wird. Das Zoigl ist in der Region tief verwurzelt und geht auf eine 600 Jahre alte Tradition zurück. Seither regelt ein Kalender, wo und wann der begehrte Gerstensaft ausgeschenkt wird.

Die Zoiglstuben sind tief in der Oberpfalz verwurzelt.

Wirtshaus auf Zeit

Die Region ist seit Jahrhunderten durch den Brauch der Zoiglstuben geprägt: Das Bier wird in Kommunbrauhäusern gebraut. Das Braurecht haben die Bürger einer Gemeinde und es ist oft seit Generationen per Grundbucheintrag an ihre Häuser und Grundstücke gebunden. Dafür, dass der Brauer das Kommunbrauhaus benutzt, bezahlt er ein sogenanntes Kesselgeld, mit dem Wasser, Licht und Versicherungen abgegolten werden. Jeder Zoiglwirt schenkt meist ein verlängertes Wochenende pro Monat aus.

Zoigl-Brauer

Familientradition lebt weiter

Nicht nur ein Kalender verrät, welcher Wirt gerade braut – auch ein sechszackiger Stern am Hausgiebel des Brauers zeigt den Gästen den Weg. Zum Beispiel zu Wirt Wolfgang Fischer, Inhaber der Stube „Zoigl Kramer Wolf“ in Falkenberg: Wie viele Familien in der Region führt auch seine die Zoiglstuben-Tradition fort. In uriger, gemütlicher Atmosphäre verwöhnt er seine Gäste mit frisch gebrautem Bier und leckeren Speisen wie Kesselfleisch, Leberkäs, Presssack oder Wurstsalat. „In Höchstzeiten kommen 300 bis 400 Gäste zu uns“, erzählt der Wirt begeistert. Wie eine klassische Brotzeit bei ihm aussieht? „In jedem Fall ist sie groß, es gibt reichlich von allem“, schmunzelt Fischer.

Das Zunftzeichen der Brauer, der sechszackige Stern, zeigt den Weg.

Zur Zoiglstube von Wolfgang Fischer kommen in den letzten Jahren immer neue Szenetreffs hinzu: der Wolfadl und der Schwoazhansl. Reihum öffnen neue Wirtschaften auf Zeit. So holen sich die Oberpfälzer ein Stück ihrer Geschichte und Identität zurück – und Einheimische und Besucher genießen dadurch an fast jedem Wochenende ein einmaliges Zoiglbier.

Zoiglstern

Zoigl – frisch, würzig, kräftig

Das Besondere am Zoigl ist sein unverwechselbarer Geschmack: Herbsüffig und aromatisch übertrifft es mit seiner Würze herkömmliche Biere. Noch dazu hat jeder Zoigl-Brauer sein eigenes Rezept. Gebraut in der einfachen Braustätte des Kommunbrauhauses, beschert nahezu jeder Sud eine andere Geschmacksrichtung.

In einem Punkt ist es jedoch bei allen gleich: Das außergewöhnliche Bier wird nicht gefiltert und an einem einzigen Tag hergestellt. Anschließend fährt der Brauer sein Zoigl in einem großen Fass zu seinem Keller, vergärt es dort mit Hefe und lagert es. Nach etwa vier bis sechs Wochen wird dann das Kultgetränk an die Gäste ausgeschenkt – ein echtes Erlebnis für Genießer

Beim Zoiglbrauen

Torsten Goffin auf den Spuren des Zoigls

Torsten Goffin ist rheinischer Kosmopolit von Geburt – geboren in direkter Nachbarschaft der einzigen deutschen Brauerei, die in gleichen Haus sowohl Altbier als auch Kölsch produziert hat. Nun hat er sich in der Oberpfalz auf die Spuren des Zoigls begeben.

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