Kathrin und Stephanie Meyer

Bierfeen am Braukessel

Bayerische Brauerinnen

Bierfeen am Braukessel

Bayerische Brauerinnen

Wo man in Bayern auch hinsieht, überall genießen die Einheimischen ihr beschauliches Leben in den kleinen Dörfern und Städten. Sie lieben ihre Traditionen: Zur Kirche gehen sie hier noch in Tracht und genießen gerne ein süffiges, bayerisches Bier. Fast jeder größere Ort in Bayern hat eine eigene Brauerei, schließlich gehört der Gerstensaft hier zum Alltag dazu. Vielerorts tragen Brauer inzwischen Dirndl statt Lederhose – denn an den Braukesseln in Bayern stehen immer mehr Frauen.

'Früher war Bier etwas für Fußballclubs und Männerrunden. Heute ist es sexy und schick.'

Bierbrauen ist schon immer Frauensache

Dass Frauen in Bayern Bier brauen, ist nicht neu: „Die meisten Brauerinnen waren schon vor 20 Jahren da“, erklärt Kathrin Meyer, die zusammen mit ihrer Schwester Stephanie die Brauerei Brau-Manufactur in Nesselwang leitet. Der Unterschied zu heute: „Man hat nicht über sie gesprochen.“

Braukatz No. 1

Für die Schwestern gehört Bier schon immer zum Leben dazu, ihre Familie braut bereits seit fünf Generationen. Stephanie ist Braumeisterin und Biersommelière, Schwester Kathrin kümmert sich um den Verkauf. Jede Generation der Meyers verändert die Rezeptur umsichtig, Stück für Stück. So geben sie das alte Handwerk in der Familie weiter und reichern es mit neuen Ideen an. Reine Geschmackssache: Neben den klassisch bayerischen Bieren führen sie vier verschiedene Craft Biere unter dem Label „Braukatz“. So haben ihre Gäste die Wahl, ob sie neue Bierkreationen in edlen Gläsern oder das typisch bayerische Helle im Bierkrug genießen wollen.

'Die hohe Wertschätzung für das Produkt spricht Frauen an.'

Mit großer Hingabe braut auch Doris Engelhardt ihr Bier. Sie ist Nonne im Orden der Mallersdorfer Schwestern. Schon seit 1966 stellt sie Bier in der Klosterbrauerei her. Für Schwester Doris ist klar: „Bierbrauen war schon immer Frauensache. Früher gehörte Bierbrauen zum Haushalt wie das Brotbacken – und das war Sache der Frauen.“ Die Männer sind erst später zum Brauen gekommen, als die Städte erkannten, was für ein lukratives Geschäft in dem goldenen Gerstensaft steckt.

Barbara Lohmeier-Opper

Die Bayern sind mit dem Bier verwurzelt

Im Isental in Oberbayern steht der Bräu z‘ Loh der Familie Lohmeier. Die Brauerei liegt in der von wunderschön restaurierten Bürgerhäusern geprägten Kleinstadt Dorfen. Hier steht Barbara Lohmeier-Opper am Kessel. Den Schlüssel zum weiblichen Biergeschmack sieht sie in der bayerischen Brautradition: „In Bayern hat Bier einen extrem hohen Stellenwert. Den Bayern ist das Bier einfach wichtig, sie sind damit verwurzelt. Diese Wertschätzung für das Produkt spricht Frauen an.“ Deshalb sind gerade in den traditionellen bayerischen Familienbrauereien weibliche Brauer keine Seltenheit.

'Bierbrauen ist Frauensache. War es immer schon.'

Beim Brauen zählen Kreativität und Durchhaltevermögen

Die Arbeit in einer Brauerei ist schwer – Männerarbeit, wie viele denken. Brauer wuchten Hopfensäcke, warten mit schwerem Werkzeug die Maschinen. Wer zwei Tage hintereinander Tanks, Siebe und anderes Gerät putzt, der merkt die Arbeit in den Knochen. Gisela Meinel-Hansen von der Brauerei Meinel-Bräu im oberfränkischen Hof denkt, dass Frauen für den Bierberuf mindestens genauso geeignet sind wie Männer: „Die körperliche Arbeit ist nur ein kleiner Teil des Berufes“, sagt sie. „Wichtiger ist das Interesse, die Kreativität und das Durchhaltevermögen.“ Die Braumeisterin führt die Brauerei in zwölfter Generation und hat gemeinsam mit ihrer Schwester und zwei befreundeten Brauerinnen das Craft Beer Label „HolladieBierfee“ gegründet. Sie findet: „Wir könnten noch deutlich mehr Frauen am Braukessel gebrauchen.

Doris Engelhard vom Orden der Mallersdorfer Schwestern
Die Bierfeen

Podcast 'Hockdiher'

Doris Engelhard vom Orden der Mallersdorfer Schwestern
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