Wo die vielen Kirschen blühen

Walberla

Wo die vielen Kirschen blühen

Walberla

Für einen Berg hat das Walberla in Franken eher bescheidene Ausmaße. Doch seine Bedeutung für die Region ist sehr viel größer. Östlich von Forchheim erhebt sich das 513 Meter hohe Bergmassiv über den Orten Kirchehrenbach, Leutenbach und Wiesenthau.

Auf dem Walberla steht die im 17. Jahrhundert erbaute Sankt-Walburgis-Kapelle. Zu ihr führt ein herrlicher Feldweg über den für die Gegend typischen Trockenrasen. Bäume, Sträucher und Blumen schmücken die Strecke. Immer wieder bleiben Wanderer stehen und betrachten die Naturidylle. Schließlich wachsen auf dem Bergmassiv sogar seltene Orchideen.

Die Kapelle verleiht dem Berg, der eigentlich Ehrenbürg heißt, seinen volkstümlichen Namen. Außerhalb der Region ist das Walberla als „Tor zur Fränkischen Schweiz“ bekannt. Ein Titel, dem der Berg gerecht wird. Denn das Walberla eröffnet Besuchern einen fantastischen Blick in diese Natur- und Kulturlandschaft.

Obstanbau zwischen den Frankenmetropolen

Malerische Obstwiesen säumen das Tal am Fuße des Walberlas. Sie prägen das bunte Landschaftsbild der Fränkischen Schweiz wie die mittelalterlichen Schlösser, Burgruinen und Kirchen. Für Wanderer, Radfahrer und Kulturliebhaber bietet die Region an jeder Ecke einen reizvollen Halt.

Die Fränkische Schweiz liegt im Städtedreieck Bamberg, Nürnberg und Bayreuth. Hier bauen die heimischen Landwirte Äpfel, Kirschen, Beeren und Birnen, aber auch Aprikosen, Pfirsiche und Zwetschgen an.

Roland Schmitt hat den Obstanbau zu seinem zweiten Beruf gemacht. Der gebürtige Franke betreibt mit seiner Familie die „Obstwiese Schmitt“ in Leutenbach. Seine Leidenschaft gilt den Früchten, die er auf seinen Anlagen erntet. Daraus werden im Familienbetrieb Marmeladen, Säfte, Liköre, Brände oder Fruchtessig hergestellt. Die Köstlichkeiten bieten sie neben Frischobst in ihrem Hofladen an.

Die Familie ist „seit Generationen mit dem Obstbau verbunden“, sagt Roland Schmitt. Bereits sein Vater und Großvater züchteten auf dem Betrieb Kirschen, Äpfel, Birnen und viele andere Obstsorten. Genau wie damals packt auch heute die ganze Familie mit an. So kümmert sich Roland Schmitts Frau Andrea um den Hofladen. Die drei Kinder unterstützen bei der Pflege und Ernte der Obstanlagen.

Blütenpracht rund um das Walberla

Gegen Ende April, Anfang Mai erleben Besucher in der Fränkischen Schweiz ein einzigartiges Naturschauspiel. Dann beginnt die Kirschblüte. Sie taucht die Täler und Ebenen am Walberla in ein leuchtendes Weiß – ein grandioser Anblick. Nach etwa zwei Monaten sind die süßen Früchte reif für die Ernte. Mehr als 200.000 Kirschbäume verteilen sich in der Fränkischen Schweiz auf rund 1.400 Hektar Fläche. Das macht die Region, die unter Naturschutz steht, zu einem der größten geschlossenen Kirschanbaugebiete Deutschlands.

Roland Schmitt beschreibt die Obstblüte als „schönste Zeit“ im Jahr. Für ihn ist es wichtig, die Naturoase Fränkische Schweiz zu erhalten. „Bei mir war es zunächst nicht die Liebe zum Obstbau, sondern die Liebe zur Natur, die mich von Kindesbeinen an gefesselt hat. Die Landschaft prägt mich und meine Arbeit zu 100 Prozent“, erzählt er. So steht rund ein Drittel seiner Obstsorten wie schon zu seines Großvaters Zeiten auf ursprünglichen Streuobstwiesen. „Ich belasse viele Elemente in der Natur. Auf unseren Streuobstanlagen stehen viele ältere Sorten oder hohle Bäume, die Nistplätze für Vögel oder andere Bewohner bieten. Wir verzichten darauf, sie zu fällen. Bei uns finden Sie auch Stein und Holzhaufen unberührt auf den Wiesen liegen“, so Roland Schmitt.

Diese Art des Obstanbaus ist zwar naturschonend, aber wirtschaftlich nicht sehr rentabel. Daher wurden in der Vergangenheit viele Streuobstwiesen gerodet. Sie mussten monotonen, leistungsstärkeren Anbauflächen weichen. Roland Schmitt lässt bewusst Teilflächen für die Natur liegen, denn: „Jedes Geschöpf braucht seinen Lebensraum und diesen zu erhalten, den Platz für die Natur zu schaffen oder ihn der Natur zu lassen, liegt mir sehr am Herzen.“

Obstwiese Schmitt

Obstwiese Schmitt
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Adresse: Oberehrenbach 3, 91359 Leutenbach
Tel: +49 (0) 9199 698980
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E-Mail: info@obstwiese-schmitt.de
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Web: //www.obstwiese-schmitt.de/
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