Bagger und Torfstecher Maximilian Panradl

Die Torfstecher von Bad Aibling

Familie Panradl sticht seit Jahrzehnten Torf

Die Torfstecher von Bad Aibling

Familie Panradl sticht seit Jahrzehnten Torf

Mitten im malerischen Mangfalltal im oberbayerischen Voralpenland liegt die beschauliche Kleinstadt Bad Aibling. Die Landschaft hier im Kessel des ehemaligen Rosenheimer Sees ist geprägt von urwüchsigen Mooren. Früher stachen die Einheimischen hier vor allem Brenntorf, um damit ihre Häuser zu heizen. Heute nutzen sie die Heilkräfte des Huminsäurereichen Moores. Die Familie Panradl beliefert die Bad Aiblinger Kliniken mit dem wertvollen Heilmittel und bewahrt die Tradition des Torfstechens und die Kulturlandschaft bis heute. Und typisch für Bayern: Sie entwickeln das traditionelle Heilmittel durch neue Einsatzmöglichkeiten weiter, damit auch in Zukunft die Heilung in Bad Aibling aus dem Moor kommt.

Heilkräfte aus dem Moor

Angelika Panradl (50) und ihr Mann Maximilian (50) leiten gemeinsam die Panradl Moor GmbH. Das Unternehmen gibt es seit 1939, seit 1964 beliefern die Panradls Kliniken mit dem Moor. Angelika Panradl erklärt die Besonderheiten des Abbaus: „Wir arbeiten auf sehr weichem Boden, daher müssen wir viel behutsamer als zum Beispiel beim Kiesabbau arbeiten, wo der Boden sehr fest ist.“ Anders als auf festem Boden, können die Torfstecher nicht bis an die Abbaukante fahren, sonst bricht das Gelände ab. Das Gefühl für den Boden muss man mit der Zeit entwickeln. Davon hat Maximilian Panradl eine Menge, er baut schon seit 30 Jahren Torf ab.

Torfstecher Maximilian Panradl
Moorbetrieb Familie Panradl

Doch das richtige Gefühl ist nicht alles, die Torfstecher setzen auch spezielle Bagger ein. Angelika Panradl: „Unsere Bagger sind leichter als andere Bagger und haben breitere Ketten, durch die sich der Bodendruck besser verteilt. Außerdem haben sie einen längeren Arm mit einer Reichweite von 16 Metern, damit wir weiter hinten stehen können.“ Heute werden solche Bagger in Serie gefertigt. Als der Schwiegervater von Angelika Panradl die ersten Bagger in den 1970ern anschaffte, waren sie eine Sonderanfertigung – es gab gerade mal acht davon in ganz Europa.

Wichtige zum Torfstechen: das richtige Gefühl und das richtige Gerät.

Bis zur Anschaffung der Bagger war die Arbeit noch viel mühsamer. Die Torfstecher verlegten sogar eigenhändig Schienen in ihr Abbaugebiet und transportieren mit Kipploren den Torf ab. Doch auch heute ist die Arbeit nicht leicht, denn das Moor gibt sein Heilmittel nicht einfach her. Zuerst schafft Maximilian Panradl 30 Zentimeter Abraum zur Seite, um an den wertvollen Heiltorf zu gelangen. Dann braucht der Torfstecher einen guten Blick. Die gelegentlichen Vorkommen von  Lehm, Sand, und Steinen sind nicht für die Heilbäder zu gebrauchen.  Behutsam baut Maximilian Panradl den Badetorf ab und lädt ihn auf einen Kipplaster, mit dem er ausgeliefert wird.

Torfabbau früher
Naturheilmittel Moor

In den Kliniken wird er unter anderem in Bädern genutzt. Der Torf ist durch die vielen abgesetzten Pflanzenreste voll mit wertvollen Huminsäuren und Mineralstoffen. Durch unsere Haut nehmen wir sie auf. Außerdem speichert Moor Temperaturen so gut wie kein anders Medium und wir halten darin viel höhere Temperaturen aus. Das erzeugt ein heilsames künstliches Fieber, das wiederum viele Stoffwechselvorgänge auslöst. Die Muskeln werden in tieferen Schichten erwärmt und entspannt.

Es gibt so viele Naturheilmittel, die ganz ohne Nebenwirkungen helfen.

Wer nicht in ein Moorheilbad fahren konnte, hatte lange keine Möglichkeit, an das Heilmittel zu kommen. Die Panradls haben das vor einigen Jahren geändert. „Wir haben mittlerweile viele Moorprodukte für eine Anwendung zu Hause entwickelt“, sagt Angelika Panradl. Darunter das Moorkissen, das im Wasserbad erwärmt und an schmerzende Stellen gelegt wird. Oder ein Moorbadezusatz, mit dem man die guten Inhaltstoffe in der eigenen Badewanne aufnehmen kann. Und auch das Heilmoor selber, das sehr schön für Gelenkwickel geeignet ist. „Uns liegt am Herzen, dass dieses alte Naturheilmittel nicht in Vergessenheit gerät“, sagt Angelika Panradl. „Heute muss vieles schnell gehen, man wirft eine Tablette ein und soll wieder funktionieren. Es gibt aber so viele Naturheilmittel, die ganz ohne Nebenwirkungen helfen – und man nimmt sich dabei auch mal wieder Zeit für sich.“

Moorerlebnis Sterntaler Filze in Bad Feilnbach
Mooranwendung in den Ammergauer Alpen
Panradl Moor GmbH
/
Adresse: Breitensteinstr. 6a, 83043 Bad Aibling
Tel: +49 (0)8061 2319
/
E-Mail: info@panradl-moor.de
/
Web: http://www.aiblinger-moor.de
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