Überfahrt über den Königssee

Die „Seekühe“ vom Königssee

Almabtrieb mit dem Boot

Die „Seekühe“ vom Königssee

Almabtrieb mit dem Boot

Almabtrieb am Königsee

So idyllisch die Almen am Südufer des Königssees im Berchtesgadener Land auch gelegen sind, so schwer zugänglich sind sie: Steile Felswände begrenzen das enge Tal. Am Ufer des fjordartigen Sees führt kein Weg entlang und die Steige über die Berge sind mühsam und lang. Der einfachste Weg für Mensch und Tier führt also über das Wasser – über den Königssee.

Der einfachste Weg für Mensch und Tier führt über das Wasser.

Almabtrieb am Königssee – ein Erlebnis für Mensch und Tier

Wenn die Almbauern ihr Vieh nach etwa hundert Tagen von den saftigen Kräuterwiesen der Salet zurückholen, dann ist es wieder so weit: Der Almabtrieb über den Königssee steht bevor. Am letzten Almmorgen versammeln die Bauern ihre Kühe am Ufer des Gebirgssees und führen sie auf ebene Transportschiffe mit flachem Zustieg – die sogenannten Landauer.

Geschmückte Kuh

Früher wurden die Tiere über den See gerudert. Seit mehr als 100 Jahren chauffieren die motorisierten Holzboote die „Seekühe“ nach Hause. Diese langjährig gepflegte Tradition prägt nicht nur die Region und ihre Bewohner, sondern bietet gleichzeitig ein Erlebnis für Gäste. Familienmitglieder, Senner und Hunderte Besucher fiebern dem Spektakel jedes Jahr aufs Neue aufgeregt entgegen. Der Königssee wird an diesem Tag zum echten Szenetreff.

Freudige Begrüßungsrufe der Almbauern tönen über den See.

Aufgekranzt: Fuikln für die Kuhherde

Von der Saletalm geht es vorbei an der Wallfahrtskirche St. Bartholomä bis hin zur Seelände am Nordufer. In manchen Jahren spiegelt sich auf der Überfahrt die Sonne im Königssee, während die Bäume ringsum in kräftigen Herbstfarben leuchten. In anderen Jahren wirkt es mystisch, wenn die Schiffe nach einstündigem Transfer plötzlich aus einer Nebelschwade herausgleiten und die ersten freudigen Begrüßungsrufe der Almbauern ertönen.

Überfahrt vor St. Bartholomä

Unterwegs legen die Landwirte ihre Festtagskleidung an. Die Tiere werden geschmückt, sobald sie wieder festen Boden unter den Füßen haben – und nur dann, wenn der Almsommer glücklich verlaufen ist: Ist weder den Tieren noch der Bauernfamilie Unglück zugestoßen, bekommen die „Seekühe“ an Land die Fuikl aufgekranzt, den traditionellen Kopfschmuck beim Almabtrieb. Hierfür binden die Almbauern ab dem 24. August, dem Bartholomäustag, aus Tannen- oder Fichtenästen Kronen und schmücken sie mit bunten Holzspanröschen. Die aufwändige Handarbeit erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl – und dauert je nach Größe der Fuikl bis zu 60 Stunden.

Prächtig geschmückt geht es für Kühe zurück in den heimischen Stall.

Begleitet von Musik, geht es für die Kühe dann zurück in den heimischen Stall, wo sie sich vom Almabtrieb und der aufregenden Bootsfahrt erholen. Die Almbauern feiern währenddessen ein rauschendes Fest, denn nun ist der Almsommer glücklich beendet.

Nächster Termin: an einem der ersten beiden Wochenenden im Oktober 2017

Geschückte Kuh
Almabtrieb
Königssee
/
Adresse: Seestraße, 83471 Schönau am Königssee
/
Web: http://www.berchtesgadener-land.com/kultur/tradition-brauchtum/almsommer/almabtrieb-koenigssee
Menü