Schanzenbräu Schankwirtschaf tin Nürnberg

Von Gostenhof nach GoHo

Die Schanzenbräu Schankwirtschaft in Nürnberg

Von Gostenhof nach GoHo

Die Schanzenbräu Schankwirtschaft in Nürnberg

Wer live erleben will, wie aus einem einfachen Arbeiter-Viertel ein spektakuläres Szene-Quartier entsteht, muss derzeit nach Nürnberg blicken. Gostenhof heißt der Stadtteil, keine zwei Kilometer von der historischen Altstadt entfernt. In dem früheren “Glasscherbenviertel” der Frankenmetropole hat einer der ersten, der hier kreative Ideen auslebte, sein Hauptquartier: Stefan Stretz, 45 Jahre alt, Chef des Schanzenbräus sowie der dazugehörigen Schankwirtschaft in der Adam-Klein-Str. 27.

Ein ehemaliges Glasscherbenviertel wird zum Szene-Quartier

„Jetzt zeig mal, was Du kannst“, forderten ihn 2003 seine Freunde heraus. Gerade war der gelernte Brauer und Diplomingenieur für Brauereitechnik nach zehn Jahren in Berlin wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Da schleppte Stretz den Waschkessel seiner Großmutter in den Keller einer Werkstatt und fing an, Bier zu brauen. Der Erfolg blieb nicht aus, sein Schanzenbräu stieg zum inzwischen zweitgrößten Bierhersteller der Stadt auf.

Stefan Stretz in der Brauerei

2008 kam die eigene Schankwirtschaft mit lauschigem Biergarten hinzu – auch ein wichtiger Schritt für Gostenhof auf dem Weg zum In-Viertel GoHo, in Anlehnung an das New Yorker Viertel SoHo. In Stretz‘ Kneipe treffen seither Innovative Biere wie das Rotbier oder der “Blonde Baron” auf klassische fränkische und dabei kreativ weiterentwickelte Hausmannskost.

'Wir sind eine Nachbarschaftskneipe, in der man sich einfach wohlfühlen soll'

Die legendären Nürnberger Bratwürste gibt es natürlich, aber auch weniger bekannte regionale Köstlichkeiten. Daneben stehen auf der täglich wechselnden Spezialitäten-Karte stets kleine Brotzeiten und Käsespätzle, sonntags Braten und wochenends ofenfrische Schäufele. „Wir sind eine Nachbarschaftskneipe, in der man sich einfach wohlfühlen soll“, beschreibt Stretz seine Gastro-Philosophie, die er mit seinen beiden Mitstreitern Sebastian Köhler und Jürgen Rehm entwickelt hat. Dazu gehört auch, dass keine Lieder aus Lautsprechern dudeln. „Das Unterhalten der Leute soll die Musik sein.“

Am Ausschank
Gaststube des Schanzenbräus

Doch steht die Schankwirtschaft für noch viel mehr: Gemütlichkeit in gutem, altem Stil – ohne großes Tamtam. Kartenspieler sind hier herzlich willkommen – und trotz des enormen Erfolges der 70 Gäste fassenden Schankwirtschaft sind Reservierungen nur bis maximal 15 Personen möglich. „Damit die Nachbarn – unsere Stammgäste – auch noch Platz haben.“ So geht es eben auch: Gerade heraus, bodenständig, traditionell und trotzdem anders.

Dank der Pionierarbeit entstand ein neues kreatives Milieu in Nürnberg.

Stretz‘ Erfolgsrezept: Nicht die Bodenhaftung verlieren, in der Schankwirtschaft auch schon mal selbst die Gläser oder das Geschirr abspülen. Und er ist nicht (mehr) allein in GoHo: Fahrrad- und Sprayerladen, Goldschmiedemeister, die noch in Handarbeit fertigen, schräge Mode und märchenhaftes Wohndesign finden sich hier, dazu Naturkostläden, Kaffeemanufaktur, eine Buchhandlung. Und vieles andere mehr. Ein neues kreatives Milieu ist so in Nürnberg entstanden, der Pionierarbeit sei Dank.

In der Brauerei

Torsten Goffin zu Besuch im Schanzenbräu

Seit 2009 betreibt Torsten sein eigenes Blog 'Allem Anfang – über Essen, Trinken und andere Formen von Kultur'. Nun besuchte er in Nürnberg das Schanzenbräu in Nürnberg.

Weiterlesen
Schanzenbräu
/
Adresse: Adam-Klein-Straße 27, 90429 Nürnberg
Tel: +49 (0)911 9377 6790
/
E-Mail: prost@schanzenbraeu.de
/
Web: https://www.schanzenbraeu.de
Menü