Schäferromantik im Nördlinger Ries

Schäfer Willy Maurer

Schäferromantik im Nördlinger Ries

Schäfer Willy Maurer

Ein flacher Krater inmitten hügeliger Landschaft – deutlich hebt sich das Nördlinger Ries im Auge des Betrachters von der Umgebung ab. Die Form des Ries zeugt von seiner uralten Entstehungsgeschichte: Ein gewaltiger Meteorit schlug hier vor 15 Millionen Jahren ein und hinterließ einen kreisrunden Krater. Schäfer Willy Maurer sorgt mit seiner Herde dafür, dass diese einzigartige Kulturlandschaft mit seinen zahlreichen bedrohten Arten erhalten bleibt.

Willy Maurer kennt die weiten Wacholderwiesen zwischen Holheim und Utzmemmingen wie die Taschen seiner schwarzen Schäferjoppe. Zwischen Mitte April und Weihnachten trifft man ihn hier täglich umringt von rund 700 Schafen und Ziegen.

Nicht nur die Tiere sind auf Willy Maurer angewiesen. Die beweideten Wacholderwiesen sind eine selten gewordene, uralte Kulturlandschaft. Ohne die Wanderschaft der Hirten würde die Natur verwildern. Das wäre das Aus für seltene Pflanzen wie die Silberdistel, die Karthäuser-Nelke oder den Blauen Enzian. Keine Maschine arbeitet so genau wie die Schafe: Die tierischen Landschaftspfleger halten die Heide kurz.

Spurensuche in der Natur – der Schäferweg

Willy Maurers Weidegebiet grenzt an den 18 Kilometer langen Schäferweg – ein beliebter Wanderweg, der quer durch den Geo-Park führt. Der Schäferweg leitet Spaziergänger entlang der alten Routen der Schäfer vom üppigen Kraterinneren bei Nördlingen auf die mageren Wiesen des Kraterrandes.

'Ich unterhalte mich gerne mit den Leuten.'

Durch die westliche Riesebene geht es hinauf zum Riegelberg und zu den berühmten Ofnethöhlen. Trümmer aus farbigem Gestein, zentnerschwere Brocken, uralte Fossilien – Ereignistafeln erläutern, wie die ungewöhnlichen Gesteinsformationen und archäologischen Funde des Ries entstanden. Der Rückweg folgt dem Flusslauf der Eger nach Nördlingen. Die ganze Runde dauert rund sechs Stunden zu Fuß.

Einmal einen echten Schäfer und seine Herde treffen

Viele Wanderer auf dem Schäferweg freuen sich, einen echten Hirten, seine Herde und die beiden treuen Hütehunde zu treffen. „Ich unterhalte mich gerne mit den Leuten“, so Maurer. Die Tiere zeigen sich von Menschen unbeeindruckt und grasen in aller Ruhe weiter.

Willy Maurer kennt jedes seiner 700 Schafe. Fehlt eines, weiß der leidenschaftliche Schäfer Bescheid.

Schäfer zu sein ist Willy Maurers Bestimmung: „Ich erkenne auf einen Blick, ob alle Schafe da sind – das habe ich im Gefühl.“ Mittlerweile ist er 71 Jahre alt – ans Aufhören möchte er aber nicht denken.

Ein Leben abseits seiner Heimat und der beeindruckenden Landschaft des Nördlinger Ries kann er sich nicht vorstellen: „Hier fühle ich mich zu Hause. Auf den Hügeln ist es einfach schön.“

Schäferweg Geopark Ries

Start: Parkplatz Freibad Marienhöhe
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Adresse: Herkheimer Weg 8, 86720 Nördlingen
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Web: //www.geopark-ries.de/wege/schaeferweg-683/
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