Der gute Geist der Partnachklamm

Klammverwalter Rudolf Achtner

Der gute Geist der Partnachklamm

Klammverwalter Rudolf Achtner

Die Luft ist kalt und feucht. Sie riecht erdig. Steile Felswände ragen hoch in den Himmel. Am Fuße der Felsen bahnt sich die wilde, türkisfarbene Partnach ihren Weg durch die enge Schlucht.

Die Kulturlandschaft in der Partnachklamm ist durch die wilde Energie des Wassers geprägt, das überall seine Spuren hinterlässt.

Ausflugsziel zahlreicher Besucher

Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen ist seit dem Jahr 1912 für Besucher zugänglich und wird schon damals zum Naturdenkmal erklärt. Inzwischen zählt sie jedes Jahr mehr als 300.000 Besucher, die auf engen Wegen und Tunneln die hohen Felsen entlang wandern. Unter ihnen tost die rauschende Partnach vorbei – über ihnen tropft Wasser von den Felsen. Dabei ist die Partnachklamm zu jeder Jahreszeit begehbar: An heißen Tagen spenden die hohen Felsen Schatten. In der kalten Jahreszeit schafft das gefrorene Wasser bizarre Formationen – große Eiszapfen hängen dann von den Felsen. Wer besonders viel Ausdauer mitbringt, kann eine Wanderung in den vielen schönen Gebieten rund um die Klamm anschließen – mit einer gigantischen Aussicht auf die umliegenden Berge.

'An sonnigen Tagen fühle ich mich wie im Grand Canyon.'

Rudolf Achtner ist hier Klammverwalter. Ihn faszinieren besonders die vielen Facetten der Klamm: „Die Klamm ist zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter anders. An sonnigen Tagen fühle ich mich wie im Grand Canyon – und wenn es dann einmal drei Tage geregnet hat, spüre ich die wilde, pure Natur.“

Der Klammverwalter sorgt für Sicherheit

Rudolf Achtner hat die Aufsicht über sämtliche Sicherheitsarbeiten in der Partnachklamm. Wenn der 54-Jährige morgens mit seinen Mitarbeitern zur Arbeit geht, weiß er nie, was ihn erwartet. Über Nacht kann sich in der fast 700 Meter langen und 80 Meter tiefen Klamm einiges an Unrat ansammeln, der für Besucher gefährlich wäre. Deshalb gehen er und seine Mitarbeiter regelmäßig die Wege ab und prüfen, ob dort heruntergefallene Steine oder Äste liegen.

Ab dem 19. Jahrhundert: Triften in der Partnachklamm

Schon bevor die Partnachklamm zum Ausflugsziel wird, ist sie wichtig für die Wirtschaft der Region: Ab 1886 wird die Klamm zum Triften benutzt. Als bei einem großen Windwurf oberhalb der Partnachklamm Hunderte Bäume entwurzelt werden, wird das Holz in ein Meter lange Stücke zersägt und in die Partnach geworfen.

Von hier aus treibt es flussabwärts Richtung Tal – versehen mit dem „Hausmarch“, ein Erkennungszeichen des Holzbesitzers. Eine gefährliche Arbeit, die jedoch den Transport des Holzes aus dem unerschlossenen Gebiet möglich macht.

Die schönste Zeit für Besucher

Heute ist die Partnachklamm ein wahrer Besuchermagnet. Wer das Naturspektakel mit seinen unzähligen Wasserfällen voll und ganz genießen möchte, sollte früh morgens oder spät abends in die Klamm, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind. Das schönste Licht gibt es dagegen mittags: „Zwischen halb zwölf und halb eins, wenn direktes Sonnenlicht in die Schlucht fällt, wird die Klamm in den schönsten Regenbogenfarben angestrahlt“, sagt der Klammverwalter begeistert.

Der Besuch der Partnachklamm ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis.

Rudolf Achtner ist es ein besonderes Anliegen, die Tradition der Partnachklamm und das Wissen über ihre Entstehung an die Besucher zu vermitteln. Wenn er kann, noch bis zur Rente.

Partnachklamm

Klammverwaltung
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Adresse: 82467 Garmisch-Partenkirchen
Tel: +49 (0)8821 910 5360
/
E-Mail: partnachklamm@gapa.de
/
Web: //www.partnachklamm.eu
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