Maskenschnitzer Timm Buckley

Der Blick hinter die Maske

Maskenschnitzer Timm Buckley

Der Blick hinter die Maske

Maskenschnitzer Timm Buckley

Von Rauhnächten über Hexentänze bis hin zu Krampus- und Perchtenläufen: Bräuche und Traditionen, bei denen Geister und Schreckensgestalten ihr Unwesen treiben, sind in Bayern fest verwurzelt. Gruselig geht es so auch in der Oberpfalz zu. Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ziehen Perchten und Weibsdeifl durch die Region um Neunburg vorm Wald. Sie rasseln mit Ketten und klacken mit Hufschuhen. Schaurige Masken bedecken ihre Gesichter, eine furchteinflößender als die andere. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Gesichtsverkleidung wirkt, ist aufwändige und detailreiche Schnitzkunst – das Handwerk der Maskenschnitzer.

Furcht einflößender Krampus in der zwölften Saison.

Brauchtum trifft auf Individualität: Die Mischung macht´s

Timm Buckley ist Maskenschnitzer und in seiner Freizeit nun schon in der zwölften Saison als furchteinflößender Krampus unterwegs. Fast genauso lange verfeinert der gelernte Schreiner seine Kenntnisse rund um die Maskenrestauration. Buckley hat über die Jahre hinweg einen Stil entwickelt, der vor allem bei den jüngeren Perchtengängern gut ankommt. „Das sind eher wilde, extremere Teufelsmasken“, erklärt er. Mit seinen Kreationen führt er eine alte Tradition fort und trägt so zum Erhalt der bayerischen Identität bei. Gleichzeitig fließen moderne und innovative Ideen in seine Arbeit mit ein – eine Mischung, die von Erfolg gekrönt ist.

Maske von Timm Buckley

Vom Restaurieren und Maskenschnitzen

Traditionell verwendet Buckley für die Schauergesichter Zirbenholz. „Das ist recht weich und verhältnismäßig leicht“, erzählt der Maskenschnitzer. Um aus einem Stück Stamm eine Maske herauszuarbeiten, braucht er 35 bis 40 Stunden. Aufwändige Extras benötigen mehr Zeit.

Es dauert 35 bis 40 Stunden um aus einem Stück Stamm eine Maske herauszuarbeiten.

Seine ausgefallenen Masken schnitzt er insbesondere für Anlässe unter dem Jahr: „Mit unserem Verein, dem Schwarzachtal Pass, treten wir auf vielen Veranstaltungen in der Region auf – von den Rauhnächten bis hin zum Johannisfeuer. Da geht’s naturgemäß durchaus wild zu, die eine oder andere Reparatur an den Masken bleibt nicht aus.“

Maskenschnitzer Timm Buckley bei der Arbeit

Ob Lackschäden, abgebrochene Hörner oder ausgerupfte Haare – die Oberpfälzer Maskenträger sind früher viel herumgefahren, um ihre Larven, wie die Gesichtsmasken genannt werden, reparieren zu lassen. „Irgendwann dachte ich mir: Ich übernehme einfach selbst das Aufhübschen und Umarbeiten – schließlich kenne ich mich als Schreiner von Haus aus mit Holz sehr gut aus“. Und so ist Timm Buckley inzwischen zur festen Adresse geworden für all jene, die ihre Maske restaurieren oder sich gleich eine ganz neue schnitzen lassen wollen.

'Die jüngeren Perchtengänger wollen eher wilde, extremere Teufelsmasken.'

In den letzten Jahren ist das Interesse an den alten Bräuchen in der Oberpfalz spürbar gestiegen. „Inzwischen gibt es mehrere Perchtengruppen, immer mehr Zuschauer kommen zu den Veranstaltungen“, sagt der Maskenschnitzer. Sie bestaunen die schaurigen Gestalten mit den zotteligen Fellen, langen Hörnern und lärmenden Glocken. Und sie bewundern die realistisch geschnitzten Masken von Timm Buckley, bei deren Anblick einem Schauer über den Rücken laufen.

Masken von Timm Buckley
Timm Buckley
/
Adresse: Vorstadt 12, 92431 Neunburg vorm Wald
/
E-Mail: info@deiflswerk.de
/
Web: //www.deiflswerk.de
Menü