Christian Loferer auf der Bühne des Nationaltheaters

Von der Blaskapelle ins Opernhaus

Hornist Christian Loferer

Von der Blaskapelle ins Opernhaus

Hornist Christian Loferer

Die Bayerische Staatsoper im Nationaltheater am Münchner Max-Joseph-Platz ist das größte deutsche Opernhaus. Der Zuschauerraum bietet 2.101 Menschen Platz. Die Logen sind aufwendig mit Stuck verziert, im Zentrum befindet sich die prachtvolle Königsloge. Hier arbeitet Christian Loferer, Hornist im Bayerischen Staatsorchester. In seinem Spiel lässt er die Bayerische Seele musikalisch aufsteigen – die der gebürtige Chiemgauer von klein auf in sich trägt.

'Ich finde es wichtig, dass man seine Wurzeln nicht kappt.'

Mit neun Jahren fing Loferer mit dem Hornspielen an. Sein Weg führte ihn zuerst an die Musikschule Grassau, in das Jugendorchester Chiemgau – und natürlich in traditionelle Blaskapellen, in denen er jahrelang spielte. „Das pflege ich bis heute, wenn ich es einrichten kann“, sagt er. „Erst im Sommer 2015 habe ich mit der Kapelle in Schleching ein Konzert gegeben. Ich finde es wichtig, dass man seine Wurzeln nicht kappt.“ 2001 ging es für ihn an die Hochschule für Musik und Theater. 2005 erspielte er sich dann schließlich die feste Stelle als Hornist an der Staatsoper – und brachte die bayerische Blaskapellentradition in das Konzerthaus mit.

Horn

Loferer beschreibt es als die “Bayerische Seele”: „Das merke ich beim Spielen von Komponisten wie Richard Strauss. Der hat im Voralpenland, in Garmisch, geschrieben. Seine Stücke wurden von der Umgebung beeinflusst. Vom Kuhglockenläuten, das er hörte, oder vom Anblick der Alpen.“ Musikerkollegen, die das nicht von klein auf kennen, müssen sich das erst herleiten. Für Loferer speist sich die Bayerische Seele aus der Natur: „Die Natur hier ist so lebendig und vielseitig. Diese Pracht sorgt dafür, dass Bayern eher humorvolle Typen sind.“

'Die Pracht der Natur sorgt dafür, dass Bayern eher humorvolle Typen sind.'

Passenderweise sind die Hornisten als besonders lebenslustige Truppe bekannt. Sie bilden eine eigene Gruppe innerhalb des Orchesters und sind im Orchestergraben räumlich von den restlichen Blechbläsern getrennt, weil sie eine andere Funktion erfüllen: „Wir sind im Dialog mit den Holzbläsern“, erklärt Loferer. Als Munich Opera Horns lassen sie seit 2007 Stücke speziell für große Hornensembles arrangieren.

Christian Loferer an der Isar
Christian Loferer auf der Bühne des Nationaltheaters

Loferer mischt auch in den modernen Spielarten der Blasmusik mit. Er ist schon mit den Banana Fishbones und der Band Sommersault aufgetreten und hat 14 Jahre lang in der von ihm mitgegründeten Munich Brass Connection gespielt. Den Trend zur neuen Blasmusik mit Brass-Bands wie Kellerkommando oder Moop Mama findet er großartig und er hat sogar eine persönliche Beziehung dazu: „Ich kenne Stefan Dettl, den Frontmann von LaBrassBanda, gut. Wir waren zusammen auf der Musikschule und haben in verschiedenen Kapellen zusammen gespielt. Er war auch eine Zeitlang bei uns im Brassquintett.“

'Es fällt schon auf, dass viele sehr gute Hornisten aus Grassau kommen.'

Spürt er diese Begeisterung für Blechblasmusik auch beim Nachwuchs zuhause im Chiemgau? „Ja, bei uns hat man ja auch mit dem Stefan Dettl einen Vorzeigemusiker, der in Grassau gelernt hat. Er selbst sehe sich nicht als Aushängeschild, sagt er. Schelmisch grinsend fügt er hinzu: „Es fällt aber schon auf, dass viele sehr gute Hornisten aus Grassau kommen.“

Christian Loferer auf dem Weg ins Nationaltheater
Bayerische Staatsoper
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Adresse: Max-Joseph-Platz 2, 80539 München
Tel: +49 (0)89 2185 01
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E-Mail: info@staatsoper.de
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Web: https://www.staatsoper.de
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