Heckenwirtschaft in Großheubach

Wenn Winzer ihre Türen öffnen

Heckenwirtschaften in Franken

Wenn Winzer ihre Türen öffnen

Heckenwirtschaften in Franken

An den langen Tischen der Heckenwirtschaft wird es langsam voll. Es ist Mittag, immer wieder kommen neue Gäste. Die Genießer des guten Weins rutschen zusammen, schaffen Platz für die durstigen Neuankömmlinge. Der Wirt versucht alle unterzubringen, setzt junge Leute zu Rentnern und Besucher zu Einheimischen. So kommen in der rustikalen Gaststube schnell alle miteinander ins Gespräch.

Die meiste Zeit des Jahres wird sich um das Wohl der Weinberge und des Weins gekümmert.

Szenetreff Heckenwirtschaft: Weinausschank mit Tradition

Heckenwirtschaften haben eine lange Tradition in Franken: Die Winzerfamilien des Ortes öffnen für zwei bis vier Wochen im Jahr ihre Türen, schenken ihre eigenen Weine aus und reichen den hungrigen Gästen deftige Spezialitäten. In der Region Spessart-Mainland ist dieses Recht schon seit dem 16. Jahrhundert schriftlich bezeugt.

Weingenuss in der Heckenwirtschaft

Diese Tradition prägt das Leben der Weinbauern und der Einheimischen: In den gemütlichen Innenhöfen, hinter den Hecken der Winzer, sitzen die Gäste gerne mal ein Stündchen länger, Fremde werden bei einem Glas Wein schnell zu Freunden. Der Name leitet sich dennoch nicht von „Hecke“ ab, sondern von „hacken“, dem Unkraut jäten. Das gehört bei den Weinbauern schließlich auch zur Arbeit dazu. In anderen Gegenden Frankens wird sie auch „Häckerwirtschaft“ genannt.

Nicht selten bleibt man noch ein Stündchen länger sitzen.

Unterwegs auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg

Am besten schmeckt der Wein nach einer ausgedehnten Tour durch Franken. Der Fränkische Rotwein Wanderweg führt über sechs Tage und 70 Kilometer am wunderschönen Main entlang. Auf den kurzen Etappen haben Erholungssuchende genügend Zeit, um die eindrucksvolle Landschaft zu genießen und in den Heckenwirtschaften einheimischen Wein zu verkosten. Die Wege führen durch Terrassenweinlagen, die seit jeher den Weinbauern helfen, ihre Felder zu bewirtschaften. Heute streifen viele Wanderer durch die Trassen, besonders während der Traubenlese im September und Oktober, wenn das bunte Laub der Weinreben in allen Farben leuchtet.

Bratwurst und Wein

Erlesene Qualität – aber bodenständig

Anders als in den übrigen Regionen Frankens wird in Spessart-Mainland vor allem Rotwein angebaut. Das liegt vor allem am hiesigen Boden: Durch den zerklüfteten Buntsandsteinboden dringen die Wurzeln der Rebstöcke leicht in den Boden ein und nehmen die feinen Mineralien auf, sodass auch exzellente Spätburgunder heranreifen.

Alle bekannten Genussführer wie der Feinschmecker und Gault Millau schwärmen von den ausgezeichneten Weinen der Region. So gibt es in der Heckenwirtschaft neben guten Schoppenweinen auch offene Weine von höchster, prämierter Qualität. Trotzdem sind viele Heckenwirtschaften bis heute ganz bodenständig geblieben.

Weine von höchster, prämierter Qualität und trotzdem ganz bodenständig.

Die Winzer öffnen ihre Gaststuben reihum

Früher haben die Winzer für die kurze Zeit des Weinausschanks auch schon mal das Schlafzimmer, die Garage oder den Dachboden leergeräumt. Inzwischen dürften die meisten von ihnen das ganze Jahr über für ihre Gäste öffnen, müsste man meinen. Tatsächlich machen das aber die wenigsten. Schließlich sind sie in erster Linie Weinbauern und kümmern sich vor allem um ihre Weinberge und den Wein. Die Winzer des Ortes öffnen aber nie gleichzeitig ihre Gaststuben, sondern reihum. Wer genau gerade für einige Tage oder Wochen die vorbeikommenden Gäste bewirtet, steht im jährlich erscheinenden „Weinkalender Franken“.

Auf dem Rotwein Wanderweg
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