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Blechentwickler

Instrumentenbauer Christoph Endres

Blechentwickler

Instrumentenbauer Christoph Endres

Die wenigsten Menschen wissen, was Börteln ist – noch viel weniger beherrschen es. Einer der wenigen ist Christoph Endres. Die Meisterwerkstatt des Metallblasinstrumentenmachers, „Blech in Nürnberg“, steht in der Nürnberger Südstadt. Genauer: Im Galgenhofviertel in der Nähe der Altstadt. Der gebürtige Nürnberger baut hier Blechblasinstrumente traditionell per Hand.

Viele Handgriffe sind nötig, bis ein Instrument fertig ist.

„Börteln ist ein Arbeitsschritt bei der Herstellung einer Trompete“, erklärt Endres. „Den gibt es eigentlich nur noch bei uns im Handwerk. Beim Börteln wird ein Eisenring in den Schallbecher eingelegt und drehend vom ihm umschlossen. Das gibt Stabilität.“ Bei maschinell hergestellten Instrumenten fallen solche traditionellen Arbeitsschritte größtenteils weg. Endres zeichnet mit einer Reißnadel die Formen in die Blechtafeln, schneidet sie mit einer Blechschere aus und klopft sie dann mit einem Holzhammer zurecht – und das ist nur ein Bruchteil der vielen Handgriffe, die für den Bau einer Trompete notwendig sind.

Christoph Endres

40 Arbeitsstunden investiert Endres in ein Instrument, er baut nur auf Bestellung. Die Wartezeit lohnt sich. Einer der größten Unterschiede zu maschinell hergestellten Instrumenten: „Die Ansprache ist sehr viel besser“, erklärt Endres. „Die handgebauten Instrumente stehen unter stärkerer Spannung und haben daher auch mehr Obertöne.“

Das weiß auch Stefan Schalander, der Trompeter der Bamberger Brass-Band Kellerkommando. Drei seiner fünf Trompeten hat Endres gebaut. Eine Trompete hat er mit Endres sogar gemeinsam entwickelt. Schalander wollte auf der Bühne eine Deutsche Drehventiltrompete spielen. Diese Trompete ist als Orchestertrompete aber zu schwer und zu leise für die wilden Bühnenshows von Kellerkommando.

'Wir haben die Deutsche Trompete zu einem modernen Instrument gemacht'

Zwei Jahre lang probierte Endres verschiedene Schallbecherbreiten, Rohre und Mundstücke aus, ließ Schalander Probe spielen. Am Ende glückte es: „Wir haben die Deutsche Trompete zu einem modernen Instrument gemacht“, sagt Schalander. Sie ist leicht wie eine Perinettrompete und lässt sich so markant spielen, hat aber die charakteristische Klangfarbe der Deutschen Trompete.

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Endres Entwicklungen wäre ohne den Handwerksstandort Bayern nicht möglich:  „Wir haben sehr viele kleine High-Tech-Betriebe mit sehr hohem technischen Niveau. Das brauche ich für meine Prototypen“, sagt Endres. Und das geht auf alte Handwerkstraditionen zurück wie Nürnbergs einzigartige Blechbläsertradition: Bis zum 16. Jahrhundert war die Frankenmetropole die einzige Stadt in der Welt, in der man Blechblasinstrumente aus Messing bauen konnte.

'Auch Laienmusiker wollen wieder verstärkt ein gutes, handgebautes Instrument haben.'

Viele von Endres Sorte gibt es nicht mehr. „In Berlin können Sie gar keine Trompeten mehr traditionell bauen lassen“, sagt Endres. In Bayern sieht es aber deutlich besser aus. Hier gibt es immerhin noch rund 60 Meister und jährlich fangen etwa sechs junge Menschen die Berufsausbildung an. Und dank des Brass-Trends könnte sich das noch steigern. Endres spürt schon jetzt deutlich: „Auch Laienmusiker wollen wieder verstärkt ein gutes, handgebautes Instrument haben.“

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Blech in Nürnberg Christoph Endres
/
Adresse: Humboldtstraße 140 , 90459 Nürnberg
Tel: +49 911 - 4399 639
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E-Mail: endres1@blechin.de
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Web: http://www.blechin.de/
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