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Reformation in Bayern: Die Luther-Tour

Durch 19 Städte von Augsburg in Bayern bis Zeitz in Sachsen-Anhalt führt die von den „Stätten der Reformation“ in Deutschland ins Leben gerufene Luther-Tour.

Im Vorgriff auf das Lutherjahr 2017 leitet die Tourismusstraße seit 2009 zu den Spuren Martin Luthers und der Reformation in Deutschland. Die südlichste Station dieser Kulturreiseroute ist die Fuggerstadt Augsburg, wo Martin Luther anno 1518 von Kardinal Cajetan in den Augsburger Fuggerhäusern befragt wurde. Der Reformator schlug seine "Appellation" an den Papst am Portal des Augsburger Doms an und flüchtete (angeblich) durch ein erhaltenes Törchen in der Stadtmauer aus der Freien Reichsstadt. Im Ostchor der evangelischen Annakirche hängt ein Porträt Martin Luthers aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. gegenüber der Fuggerkapelle – die Grablege der von Luther wiederholt angegriffenen katholischen Fugger in der protestantischen Kirche ist ein Kuriosum. Die angrenzende „Lutherstiege“ informiert dazu, dass bei Augsburger Reichstagen große Reformationsgeschichte geschrieben wurde: Die "Confessio Augustana" von 1530 und die „Pax Augustana“ von 1555 sind die bekanntesten Ereignisse.

Die Reichsstadt Nürnberg nahm nach einem "Religionsgespräch" als eine der ersten deutschen Städte 1525 ohne Bildersturm die Reformation in Angriff. Die beiden Nürnberger Hauptkirchen wurden protestantisch – die Sebalduskirche (die älteste Pfarrkirche Nürnbergs und die Taufkirche Albrecht Dürers) und die St.-Lorenz-Kirche in der unweit entfernten Lorenzer Altstadt zählen heute zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. In St. Lorenz gehören der wenige Jahre vor der Einführung der Reformation von Veit Stoß geschaffene „Englische Gruß“ sowie das bis 1495 entstandene Sakramentshaus Adam Krafts zu den kunsthistorischen Höhepunkten Bayerns. Auf Initiative Philipp Melanchthons wurde 1526 das heutige Melanchthon-Gymnasium gegründet, vor dem das Melanchthon-Denkmal des Nürnbergers Jakob Daniel Burgschmiet steht.

Der nördlichste Punkt der Luther-Tour in Bayern ist das oberfränkische Coburg – einst die Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg. Auf der Veste Coburg lebte Martin Luther 1530 ein halbes Jahr lang. Dort, auf einer der größten und besterhaltenen Burganlagen Deutschlands, arbeitete er an der Bibel, an Predigten und zahlreichen Schriften. Die Lutherkapelle und zwei Lutherzimmer in den Kunstsammlungen erinnern bis heute auf der Veste an den großen Reformator, der in der Coburger Morizkirche predigte. Die älteste Coburger Kirche ist heute zugleich die evangelische Hauptkirche der Stadt.

Informationen und Broschüren zu den bayerischen Stationen der Luther-Tour:

www.luther-tour.de


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Luther Schauspiel © Martin Kluger