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Kloster Speinshart

Das Kloster Speinshart im Landkreis Neustadt an der Waldnaab entstand ab 1145. Der Anlass für die Gründung ist nicht bekannt, wohl aber der Stifter – Adelvolk von Reifenberg. Das „Stifterbild“ zeigt Adelvolk, seine Gemahlin Richenza sowie seine Brüder Reinold und Eberhard kniend vor der Mutter Gottes. Als Deckengemälde schmückt es die Eingangshalle der Klosterkirche.

In den folgenden Jahrhunderten erfuhr die Anlage Umgestaltungen und Erweiterungen im gotischen Stil. Ab 1681 wurde das Kloster schließlich neu aufgebaut. Wie kam es dazu? Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Kloster große Schäden. Kurfürst Ferdinand Maria veranlasste einige Jahre nach Kriegsende die Instandsetzung und Wiederbesiedlung. Der Kirchenneubau nach Plänen von Wolfgang Dientzenhofer konnte 1706 geweiht werden. Auch die Bibliothek wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet: Seit dem Jahr 1773 ziert ein Deckenfresko von Johann Michael Wild den Saal. 1803 endete mit der Säkularisation vorerst die Nutzung des Klosters. Das Inventar wie die Bibliotheksbestände wurden eingezogen, vernichtet oder versteigert.

Nach der Klosteraufhebung wurden die Gebäude des nördlichen Klosterhofs durch den Einbau von Wohnungen in zweigeschossige Wohnstallhäuser verwandelt, wobei der barocke Gesamtcharakter gewahrt blieb. Die Klosterkirche überstand die Verwüstung beinahe unbeschadet: die bemerkenswerten Wangen des Kirchengestühls sind noch immer intakt, die ungewöhnlich reichen und plastischen Stuckdekorationen zieren das Gebäude bis heute, auch die Deckenfresken haben sich erhalten. Die dreiseitig geschlossene Bebauung der Anlage hat ihren architektonischen Höhepunkt in der Nordflanke der Klosterkirche mit den zwei Kuppeltürmen. Als zweites herausragendes architektonisches Element steht ihnen im Norden das turmbewehrte Torhaus gegenüber.

Kloster Speinshart wie auch viele andere Gebäude innerhalb des Klosterhofes sind als Baudenkmäler und Ensemble in der bayerischen Denkmalliste erfasst. Jahrelange Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten trugen zum Erhalt einer der bedeutendsten Kirchen des Hochbarocks in Süddeutschland bei. Seit 1921 leben erneut Prämonstratenserchorherren im Kloster. Tagungsbetrieb und internationale Begegnungsstätte, Ausstellungen oder Konzerte, das Kloster hat sich dem Motto Glaube – Begegnung – Kultur verschrieben und bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen. Ein Besuch lohnt sich allemal.

Weitere Informationen:

Praemonstratenserabtei Speinshart
Klosterhof 2
92676 Speinshart
Telefon: +49 (0)9645 601 930
E-Mail: info@kloster-speinshart.de
Homepage: http://www.kloster-speinshart.de


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Einfahrt zum Kloster Speinshart © Michael Volk